"Viri fideles". Methodological Aspects of a Medieval Personal Network
"Viri fideles". Methodological Aspects of a Medieval Personal Network

Author(s): Péter Báling
Subject(s): Diplomatic history, Political history, Social history, Middle Ages
Published by: Verlag Herder-Institut
Keywords: Hungary; Croatia; Sicily; Angevins; Charles Robert; Subiči; Angevin-Hungarian relations;

Summary/Abstract: In diesem Aufsatz sollen die unterschiedlichen Methoden aufgezeigt werden, mit denen die neapolitanischen Anjou einen Unterstützerkreis in Ungarn etablieren und so ihre Ansprüche auf den ungarischen Thron geltend machen wollten. Als der junge Caroberto – später als Karl I. König von Ungarn – im Jahre 1300 in Split eintraf, regierte in Ungarn der rechtmäßige König Andreas III. Split, die dalmatinische Küste und Kroatien wurden von der mächtigen Familie Šubići unter deren Ban Paul kontrolliert. Vor der Ankunft des jungen Thronanwärters versuchten beide Parteien, d. h. die Anjou und die Árpáden, sich der Loyalität des Ban zu versichern. Die Studie präsentiert die wichtigsten zeitgenössischen Quellen und vergleicht die unterschiedlichen Vorgehensweisen der konkurrierenden Familien. Die Vergabe von Ländereien und Titeln war eine damals übliche Praxis zur Sicherung von Loyalität, und beide Parteien nutzten diese Methode mit großem Erfolg. Obwohl der Hof der Anjou in Neapel über keine wirkliche Macht in Ungarn verfügte und deren Schenkungen somit nur nominell sein konnten, blieben die Šubići Karls Anliegen gegenüber loyal. Der ungarischen Historiografie zufolge führten hauptsächlich die räumliche Nähe und die engen wirtschaftlichen Beziehungen dazu, dass der Ban an der Seite der Anjou blieb. Diese Feststellung kann jedoch ausgedehnt werden auf das personelle Netzwerk Karls II. von Anjou, König von Sizilien und Großvater Carobertos, den er bei dessen Ansprüchen auf den ungarischen Thron maßgeblich unterstützte. Die Šubići und die Anjou hatten zu dieser Zeit bereits langjährige Beziehungen unterhalten. Die Quellen belegen, dass der Ban, seine Verwandten und deren Gesandten Neapel häufig besucht und sich so aufgrund persönlicher Bekanntschaft enge Beziehungen zwischen den beiden Familien entwickelt haben.

  • Issue Year: 66/2017
  • Issue No: 3
  • Page Range: 354-370
  • Page Count: 17
  • Language: English