»Anschluß« an den Dadaismus. Einige Anmerkungen zu Raoul Hausmann
»Anschluß« an den Dadaismus. Einige Anmerkungen zu Raoul Hausmann
Author(s): Kurt BartschSubject(s): Fine Arts / Performing Arts
Published by: Odsjek za germanistiku - Filozofski fakultet Sveučilišta u Zagrebu
Summary/Abstract: Im Rahmen eines Symposions über österreichische Lyrik nach 1945 den Namen Raoul Hausmann zu finden, mag verwundern, wird dieser doch - und durchaus zurecht - dem Berliner Dadaismus zugerechnet. Die Biographie des Künstlers gibt auch wenig Anlaß, ihn der österreichischen Literatur zuzurechnen. Zwar ist er 1886 in Wien geboren worden, aber bereits im Jahr 1900 mit seinen Eltern nach Berlin übersiedelt. Dort macht er in den 1910er Jahren Bekanntschaft mit dem italienischen Futurismus und der Wortkunstbewegung des »Sturm«-Kreises (von dem er sich übrigens vehement abgrenzen wird). 1918 gründet er mit Richard Huelsenbeck und dem »Oberdada« Johannes Baader den »Club Dada«, der zwei Jahre lang, bis zur. Internationalen Dada-Messe, in Berlin, aber auch in Dresden, Leipzig, Hamburg und Prag mit Aktionen und Veranstaltungen für Aufregung sorgt. Des »Dadasophen « Raoul Hausmann wichtigste dadaistische Leistungen waren die (eher selbständige, von Hugo Ball einigermaßen unabhängige) Weiterentwicklung des Lautgedichts, seine optophonetische Poesie, Plakatgedichte sowie das gemeinsam mit Hannah Höch entwickelte Verfahren der Photomontage. 1933 entschloß sich der zu den Entarteten gezählte Künstler ins Exil zu gehen. Über mehrere Stationen, deren wichtigste bis zur Machtübernahme Francos in Spanien Ibiza war, wo er sich theoretisch und praktisch intensivst mit Photo graphie, aber auch Architektur beschäftigte und an seinem Roman Hyle arbeitete, kam er in die französische Provinz, schließlich 1944 nach Limoges, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1971 lebte.
Journal: Zagreber Germanistische Beiträge - Beihefte
- Issue Year: 1996
- Issue No: 3
- Page Range: 41-63
- Page Count: 23
- Language: German
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