THE MURAL PAINTINGS IN ST. JACOB´S CHURCH IN TEČOVICE (NOTE TO MARIAN ICONOGRAPHY) Cover Image

NÁSTĚNNÉ MALBY V KOSTELE SV. JAKUBA V TEČOVICÍCH (POZNÁMKA K MARIÁNSKÉ IKONOGRAFII)
THE MURAL PAINTINGS IN ST. JACOB´S CHURCH IN TEČOVICE (NOTE TO MARIAN ICONOGRAPHY)

Author(s): Tomáš Knoflíček
Subject(s): Fine Arts / Performing Arts
Published by: Univerzita Palackého v Olomouci

Summary/Abstract: Im Rahmen der ursprünglichen Maldekoration der Jakobskirche in Tečovice finden sich einige bemerkenswerte Mariannische Darstellungen. Eine davon ist die Szene an der Triumfbogenwand, die aufgrund der Lichtstrahlung um Mariensleib herum, im Sinne des Textes der Offenbarung hl. Johannes als Apokalyptisches Weib interpretiert ist. Diese Attribution bestätigt auch die offensichtliche kompositionelle Abhängigkeit von dem Karlsteiner Beispiel dieser Ikonografie, dank dessen die Tečovicer Darstellung ca. in die 70-er Jahre des 14. Jh. zu datieren ist. Eine nähere Betrachtung der Tečovicer Abbildung erweitert die Deutungsmöglichkeiten um eine weitere Bedeutungsebene. Die Form des Marienmantels und vor allem Fragmente einiger Köpfe unter ihm deuten an, dass es gleichzeitig um eine Schutzmantelmadonna geht. In dieser Auffassung kommt die Komposition in dem tschechischen Milieu nicht vor, aber z. B. in österreichischer Kunst ist sie zu finden – die Wandmalerei im Dom zu Gurk. Eine stärkende Marienverehrung spiegelt auch die Verkündigung an der Presbyteriumsostwand der Tečovicer Kirche wider, wo ein Einhorn als Hinweis auf Immaculata Conceptio abgebildet ist. Eine ähnliche Bedeutung kann man auch weiteren hier befindlichen Motiven zuschreiben, dem Brunnen und (wahrscheinlich) dem Turm. In Anlehnung an das Hohe Lied belegen beide genannten Motive eine frühe Rezeption der hochentwickelten Mariannischen Symbolik, die im Rahmen dieser Komposition erscheint und die dann im 15. Jh. mit der Verkündigung an Maria in der Form der sog. Einhornjagd kulminiert. Aufgrund der formalen Merkmale ist es anzu-nehmen, dass die Tečovicer Abbildung kurz nach der ersten Hälfte des 14. Jh. entstanden ist. Eine so frühe Datierung vestärkt noch ihre Bedeutung massgeblich.

  • Issue Year: 2004
  • Issue No: 2
  • Page Range: 205-215
  • Page Count: 11
  • Language: Czech
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